GPSR-Konformität für Amazon-, Etsy- und Shopify-Verkäufer
Der Verkauf von Produkten in die Europäische Union hat sich durch die Allgemeine Produktsicherheitsverordnung (GPSR), Verordnung (EU) 2023/988, deutlich verändert. Seit Dezember 2024 gilt die GPSR unmittelbar in der gesamten EU und führt strengere Verpflichtungen für Online-Händler, Importeure, Marktplätze, Hersteller und Fulfillment-Anbieter ein.
Viele Kleinunternehmen glauben immer noch, dass die GPSR-Verordnung nur für große Marken oder Hersteller gilt. Das ist falsch. Wenn Sie Konsumgüter an EU-Kunden über Amazon, Etsy, Shopify, TikTok Shop, eBay oder Ihre eigene Website verkaufen, kann die Verordnung für Sie gelten.
Dies umfasst:
- Amazon FBA-Verkäufer
- Etsy-Handwerksbetriebe
- Shopify-Shops
- Dropshipping-Unternehmen
- Eigenmarken
- Importeure
- Kleine Online-Boutiquen
- Internationale Verkäufer, die in die EU versenden
- Unternehmen aus Großbritannien, den USA, China, Australien und Kanada, die an EU-Verbraucher verkaufen
Die Verordnung soll sicherstellen, dass alle auf dem EU-Markt in Verkehr gebrachten Konsumgüter sicher und rückverfolgbar sind. Sie stärkt zudem die Befugnisse der EU-Behörden zur Durchsetzung des Gesetzes gegen unsichere oder nicht dokumentierte Produkte.
Was ist GPSR?
Die GPSR ersetzt die alte Allgemeine Produktsicherheitsrichtlinie und modernisiert das EU-Produktsicherheitsrecht für den E-Commerce und Online-Marktplätze.
Die Verordnung gilt für nahezu alle Non-Food-Konsumgüter, die in der EU verkauft werden, es sei denn, es gibt bereits branchenspezifischere Rechtsvorschriften.
Beispiele hierfür sind:
- Bekleidung und Textilien
- Schmuck und Accessoires
- Wohndekoration
- Möbel
- Handgefertigte Waren
- Heimtierprodukte
- Unterhaltungselektronik
- Lifestyle-Produkte
- Spielzeug
- Sportprodukte
- Kerzen und Aromatherapieartikel
- Geschirr
- Schönheitsaccessoires
- Taschen und Geldbörsen
Das Kernprinzip ist einfach:
Alle in der EU verkauften Konsumgüter müssen sicher sein.
Müssen Verkäufer bei Amazon, Etsy und Shopify die GPSR-Vorschriften einhalten?
Ja.
Die GPSR-Regelung gilt unabhängig davon, ob Sie über folgende Kanäle verkaufen:
- Amazonas
- Etsy
- Shopify
- eBay
- Walmart Marketplace
- TikTok-Shop
- Ihre eigene Website
Auch Online-Marktplätze selbst unterliegen Verpflichtungen gemäß GPSR, dies entbindet den Verkäufer jedoch nicht von seiner Verantwortung.
Marktplätze fordern zunehmend:
- Angaben zur verantwortlichen Person in der EU
- Sicherheitsdokumentation
- Rückverfolgbarkeitsinformationen
- Konformitätserklärungen
- Produktwarnungen
- Herstellerkennzeichnung
Viele Verkäufer entdecken GPSR erst später:
- Entfernung von Einträgen
- Kontowarnungen
- blockierte Lieferungen
- Zollverzögerungen
- Kundenbeschwerden
- Anfragen von Amazon-Compliance-Teams
Weitere Informationen finden Sie unter Amazon EU-Verkäufe: Was die Einhaltung der GPSR-Richtlinien für Sie bedeutet.
Wer trägt die rechtliche Verantwortung gemäß GPSR?
Die Verantwortung hängt von Ihrer Unternehmensstruktur und dem Standort Ihres Unternehmens ab.
Verkäufer mit Sitz in der EU
Wenn Ihr Unternehmen innerhalb der EU ansässig ist, gelten Sie im Allgemeinen als verantwortlicher Wirtschaftsakteur.
Verkäufer außerhalb der EU
Wenn Ihr Unternehmen außerhalb der EU ansässig ist, benötigen Sie in der Regel einen in der EU ansässigen verantwortlichen Wirtschaftsbeteiligten, der mit dem Produkt in Verbindung steht.
Dies könnte Folgendes sein:
- der Importeur
- eine verantwortliche Person der EU
- ein von der EU bevollmächtigter Vertreter (sofern branchenspezifische Rechtsvorschriften gelten)
- In manchen Situationen ein Fulfillment-Dienstleister
Nach Artikel 16 GPSR können Produkte grundsätzlich nicht ohne einen in der EU ansässigen verantwortlichen Wirtschaftsbeteiligten auf den EU-Markt gelangen.
Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema: Warum Sie eine GPSR-verantwortliche Person benötigen, um in der EU zu verkaufen.
Was ist eine EU-Verantwortliche Person?
Eine EU-Verantwortliche Person ist eine in der EU ansässige Einrichtung, die als Kontaktstelle für die EU-Marktüberwachungsbehörden fungiert.
Die verantwortliche Person typischerweise:
- Dokumentation zur Einhaltung der Vorschriften
- kooperiert mit den Behörden
- unterstützt die Rückverfolgbarkeit von Produkten
- unterstützt bei Korrekturmaßnahmen oder Rückrufen
- prüft, ob die erforderlichen Unterlagen vorhanden sind
Die Angaben zur verantwortlichen Person finden sich üblicherweise auf:
- das Produkt
- Verpackung
- Paket
- beigefügte Dokumentation
Welche Dokumente werden benötigt?
Eines der größten Missverständnisse ist, dass GPSR nur ein Etikett benötigt.
In Wirklichkeit liegt der Schwerpunkt der Verordnung auf Dokumentation und Rückverfolgbarkeit.
Typische Compliance-Dokumentationen können Folgendes umfassen:
Technische Dokumentation
Eine technische Akte enthält üblicherweise:
- Produktbeschreibung
- Produktfotos
- Materialliste
- Lieferanteninformationen
- anwendbare Vorschriften
- Risikobewertung
- Testberichte
- Rückverfolgbarkeitsdetails
- Warnhinweise
- Konformitätserklärungen
Weitere Hinweise finden Sie in der GPSR Technischer Dateidokumentationsleitfaden Und Technische Dokumentation und Leitfaden zur Produktkonformität für EU GPSR.
Risikobewertung
Die GPSR verpflichtet Unternehmen zur Bewertung von Produktrisiken.
Dies kann Folgendes umfassen:
- Erstickungsgefahr
- chemische Risiken
- Entflammbarkeit
- scharfe Kanten
- elektrische Gefahren
- Erstickungsgefahr
- Strangulationsrisiken
- Missbrauchsszenarien
- gefährdete Verbrauchergruppen
Erfahren Sie mehr über die GPSR-Risikoanalyseprozess.
Testberichte
Je nach Produktkategorie benötigen Verkäufer möglicherweise Folgendes:
- EN 71 Prüfung
- REACH-Prüfung
- RoHS-Prüfung
- EMV/LVD-Prüfung
- Prüfung der Textilzusammensetzung
- Entflammbarkeitsprüfung
- Lebensmittelkontaktprüfung
- Batterietest
Die Behörden erwarten zunehmend Berichte von nach ISO/IEC 17025 akkreditierten Laboratorien.
Informationen zu den Anforderungen an die Chemikalienkonformität finden Sie unter: Chemische Prüfungen zur EU-Konformität: REACH, RoHS und POPs erklärt.
Konformitätserklärung (DoC)
Für viele Produkte sind formelle Erklärungen erforderlich, die die Einhaltung der geltenden EU-Gesetzgebung bestätigen.
Lieferantendokumentation
Dies beinhaltet häufig Folgendes:
- Sicherheitsdatenblatt/Sicherheitsdatenblatt
- Materialdeklarationen
- Lieferantenerklärungen
- Werksinformationen
- bestehende Zertifizierungen
Siehe auch: Was ist ein Sicherheitsdatenblatt (SDB)?
Was tun, wenn Ihr Lieferant keine Prüfberichte oder Sicherheitsdatenblätter vorweisen kann?
Dies ist äußerst verbreitet bei:
- Alibaba-Lieferanten
- Dropshipping-Lieferanten
- kleine Hersteller
- Hersteller handgefertigter Produkte
Fehlende Dokumentation birgt jedoch ein erhebliches Compliance-Risiko.
Wenn die Behörden Unterlagen anfordern und Sie diese nicht vorlegen können, kann dies folgende Konsequenzen haben:
- Entfernung von Einträgen
- Zoll hält
- Produktrückrufe
- Geldstrafen
- Vernichtung von Gütern
- obligatorische Abhebungen
- erhöhtes Haftungsrisiko
Viele Verkäufer gehen fälschlicherweise davon aus:
„Mein Lieferant sagt, das Produkt sei sicher.“
Das ist nach GPSR nicht ausreichend.
Sie müssen die Einhaltung der Dokumentation nachweisen können.
Weiterführende Lektüre:
- Was passiert, wenn Sie die GPSR-Vorschriften nicht einhalten?
- GPSR-Strafen: Bußgelder vermeiden & Rückrufe verwalten
- EU-Produkthaftungsrichtlinie 2024/2853
Welche Kennzeichnung ist erforderlich?
Die Kennzeichnungspflichten hängen von der Produktkategorie ab, aber GPSR schreibt im Allgemeinen Folgendes vor:
- Produktidentifizierung
- Herstellerdetails
- Rückverfolgbarkeitsinformationen
- Chargen- oder Modellnummer
- Sicherheitswarnungen
- Anweisungen, sofern relevant
- Angaben zur verantwortlichen Person in der EU für Produkte außerhalb der EU
Die Informationen müssen in der Regel lauten:
- klar
- sichtbar
- lesbar
- dauerhaft
Warnhinweise müssen auch in den jeweiligen Landessprachen der Länder erscheinen, in denen das Produkt verkauft wird.
Zum Beispiel:
- Deutschland benötigt Deutsch
- Frankreich benötigt Französisch
- Für Spanien ist im Allgemeinen Spanisch erforderlich.
- Italien benötigt Italienisch
Weitere Hinweise:
Müssen handgefertigte Produkte die GPSR-Richtlinien einhalten?
Ja.
Das überrascht viele Etsy-Verkäufer und kleine Handwerksbetriebe.
GPSR kann angewendet werden auf:
- handgefertigter Schmuck
- Kerzen
- Häkelprodukte
- Strickwaren
- Kunstharz-Bastelarbeiten
- lasergeschnittene Artikel
- Haustierzubehör
- Kinderaccessoires
- dekorative Produkte
Handgefertigte Produkte entbinden nicht von den Verpflichtungen zur Produktsicherheit.
Tatsächlich werden handgefertigte Produkte oft verstärkt kritisch beäugt, weil:
- Die Materialien variieren
- Die Dokumentation ist begrenzt
- Die Rückverfolgbarkeit ist schwach
- Lieferanten legen möglicherweise keine Konformitätsnachweise vor.
Müssen digitale Produkte die GPSR-Richtlinien einhalten?
Rein digitale Produkte fallen im Allgemeinen nicht unter die Standard-GPSR-Produktverpflichtungen, da es sich nicht um physische Konsumgüter handelt.
Es gibt jedoch wichtige Ausnahmen.
Zum Beispiel:
- herunterladbare Schnittmuster
- Häkelanleitung
- DIY-Montageanleitungen
- Produkte, die mit physischen Konsumgütern verbunden sind
können dennoch indirekte Produktsicherheitsbedenken hervorrufen.
Unternehmen, die digitale Anleitungen für physische Produkte verkaufen, sollten dennoch Folgendes beachten:
- Sicherheitshinweise
- Altersklassifizierung
- Warnungen
- Zweckbestimmung
- vorhersehbarer Missbrauch
Was geschieht bei der Marktüberwachung der EU?
Die EU-Marktüberwachungsbehörden verfügen nun im Rahmen der GPSR über stärkere Durchsetzungsbefugnisse.
Die Behörden können:
- Technische Unterlagen anfordern
- Etiketten prüfen
- Testberichte anfordern
- Produktentnahmen bestellen
- Rückrufe koordinieren
- Nehmen Sie direkt Kontakt zu den Marktplätzen auf.
- Korrekturmaßnahmen erforderlich
Online-Marktplätze können Angebote auch dann sperren oder entfernen, wenn die Informationen zur Einhaltung der Vorschriften unvollständig sind.
Das Safety-Gate-System ermöglicht die schnelle Verbreitung von Warnungen vor gefährlichen Produkten in den EU-Mitgliedstaaten.
Weitere Ressourcen:
- EU-Sicherheitstor-Registrierung
- EU-Sicherheitsbericht
- Vorgehensweise bei einem Produktrückruf gemäß GPSR
- Neue EU-Produktrückrufbestimmungen gemäß GPSR
Benötigen Verkäufer eine Registrierung für Sicherheitstore?
Dies hängt vom Geschäftsmodell und der Marktstruktur ab.
Viele Online-Händler entscheiden sich jedoch zunehmend für eine freiwillige Registrierung und ein strukturiertes Compliance-Management, weil:
- Es verbessert die Kommunikation mit Autoritätspersonen.
- Es stärkt die Rückverfolgbarkeit
- Es unterstützt das Onboarding auf Marktplätzen.
- Es demonstriert ein proaktives Compliance-Management.
Können mehrere Varianten in einer Zertifizierung zusammengefasst werden?
Oft ja, aber nur unter bestimmten Bedingungen.
Produkte können manchmal gruppiert werden, wenn sie Folgendes gemeinsam haben:
- die gleichen Materialien
- derselbe Lieferant
- der gleiche Herstellungsprozess
- die gleiche Funktion
- gleiches Risikoprofil
Änderungen der Farbe oder Größe allein führen in der Regel nicht zu einem völlig neuen Produkttyp.
Jedoch:
- verschiedene Fabriken
- unterschiedliche Materialzusammensetzungen
- verschiedene Lieferanten
- verschiedene Funktionen
oft ist eine separate Konformitätsprüfung erforderlich.
Dies ist besonders wichtig für:
- Eigenmarken
- Dropshipping-Portfolios
- Amazon-Katalogerweiterungen
- Etsy-Produktkollektionen
Häufige GPSR-Fehler von Online-Händlern
Vorausgesetzt, Amazon übernimmt die Einhaltung der Vorschriften
Amazon kann zwar Unterlagen anfordern, die rechtliche Verantwortung für die Produktsicherheit liegt jedoch weiterhin beim Verkäufer.
Verwendung von Lieferantenansprüchen ohne Beweise
Aussagen wie „CE-zertifiziert“ oder „EU-konform“ sind ohne entsprechende Dokumente bedeutungslos.
Fehlende Rückverfolgbarkeitsinformationen
Produkte ohne Chargennummer oder Herstellerkennzeichnung stellen ein erhebliches Strafverfolgungsrisiko dar.
Keine Risikobewertung
Ein Produkt ohne dokumentierte Risikobewertung lässt sich bei Inspektionen nur schwer verteidigen.
Warnungen vor fehlerhafter Sprache
Warnhinweise müssen in der Regel in der Sprache des Zielmarktes erfolgen.
Keine verantwortliche Person in der EU
Viele Verkäufer außerhalb der EU ignorieren diese Anforderung völlig.
Wie sich Verkäufer auf die GPSR-Konformität vorbereiten können
Ein praktischer Compliance-Workflow umfasst üblicherweise Folgendes:
- Anwendbare Vorschriften ermitteln
- Lieferantendokumentation sammeln
- Erforderliche Prüfberichte einholen
- Erstellen Sie eine Risikobewertung
- Erstellen Sie die technische Dokumentation
- Etiketten und Warnhinweise prüfen
- Benennen Sie gegebenenfalls eine EU-Verantwortliche Person.
- Führen Sie Rückverfolgbarkeitsaufzeichnungen
- Halten Sie die Dokumentation auf dem neuesten Stand.
- Bereiten Sie sich auf mögliche behördliche Anfragen vor.
Für Unternehmen, die den Eintritt in den EU-Markt vorbereiten, könnte dies ebenfalls hilfreich sein: Checkliste: Einführung eines neuen Produkts in der EU.
Schlussbetrachtung
Die GPSR hat die Anforderungen an die Produktkonformität für Online-Händler, die in den EU-Markt eintreten, grundlegend verändert.
Kleine Unternehmen sind für die Regulierungsbehörden nicht länger unsichtbar, nur weil sie über Marktplätze verkaufen oder reine Online-Shops betreiben.
Die gute Nachricht ist: Die Einhaltung der Vorschriften ist gut zu bewältigen, wenn man sie richtig und frühzeitig angeht.
Unternehmen, die investieren in:
- ordnungsgemäße Dokumentation
- Rückverfolgbarkeit
- Lieferantenprüfung
- Beschriftung
- Risikobewertung
sind für einen langfristigen Marktzugang in der EU deutlich besser aufgestellt.
Für viele Verkäufer liegt das größte Risiko nicht im Produkt selbst. Das größte Risiko besteht vielmehr darin, dass die erforderlichen Dokumente fehlen, wenn Behörden oder Marktplätze einen Nachweis über die Einhaltung der Vorschriften verlangen.
Weitere Ressourcen zum Thema Compliance finden Sie hier: GPSR-Konformität: Gewährleistung der Produktsicherheit & Marktzugang.
Häufig gestellte Fragen
Müssen Amazon-Verkäufer die GPSR-Richtlinien einhalten?
Ja. Amazon-Händler, die Konsumgüter auf dem EU-Markt anbieten, müssen die Allgemeine Produktsicherheitsverordnung (GPSR) einhalten. Amazon kann technische Dokumentationen, Prüfberichte, Kennzeichnungsinformationen, Rückverfolgbarkeitsdaten und Angaben zur verantwortlichen Person in der EU anfordern.
Gilt GPSR auch für Verkäufer handgefertigter Produkte auf Etsy?
Ja. Auch handgefertigte Produkte unterliegen den GPSR-Bestimmungen. Etsy-Verkäufer, die Produkte wie Schmuck, Kerzen, Häkelarbeiten, Kunstharzobjekte, Tierzubehör oder Kinderartikel anbieten, benötigen unter Umständen weiterhin Produktsicherheitsdokumente und eine vorschriftsmäßige Kennzeichnung.
Benötigen Shopify-Shops eine EU-Verantwortliche Person?
Wenn der Verkäufer seinen Sitz außerhalb der Europäischen Union hat und Verbraucherprodukte in die EU verkauft, ist gemäß GPSR häufig eine in der EU ansässige verantwortliche Person erforderlich.
Welche Dokumente werden für die Einhaltung der GPSR-Vorschriften benötigt?
Typische GPSR-Dokumentationen können eine technische Akte, eine Risikobewertung, Lieferantenerklärungen, Sicherheitsdatenblätter (SDB), Laborprüfberichte, Produktkennzeichnungsinformationen und Konformitätserklärungen umfassen.
Was passiert, wenn mein Lieferant keine Prüfberichte hat?
Dies birgt ein erhebliches Compliance-Risiko. EU-Behörden oder Marktplätze können jederzeit Dokumente anfordern. Ohne entsprechende Nachweise drohen Verkäufern die Entfernung ihrer Angebote, Zollkontrollen, Rückrufe oder behördliche Maßnahmen.
Können mehrere Produktvarianten in einer einzigen GPSR-Zertifizierung zusammengefasst werden?
Oft ja, wenn die Produkte dieselben Materialien, denselben Lieferanten, denselben Herstellungsprozess, dieselbe Funktion und dasselbe Risikoprofil aufweisen. Unterschiedliche Lieferanten oder Materialzusammensetzungen können separate Bewertungen erfordern.
Gilt GPSR auch für Dropshipping-Unternehmen?
Ja. Dropshipping entbindet nicht von den Produktsicherheitsverpflichtungen. Verkäufer bleiben dafür verantwortlich, dass die auf dem EU-Markt angebotenen Produkte den GPSR-Anforderungen entsprechen.
Ist für die GPSR-Konformität eine Produktprüfung erforderlich?
Das hängt von der Produktkategorie und den damit verbundenen Risiken ab. Viele Produkte erfordern unterstützende Labortests, insbesondere im Hinblick auf die chemische Sicherheit, Spielzeug, Elektronik, Textilien, Batterien oder Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen.
Welche Kennzeichnung ist gemäß GPSR erforderlich?
Produkte müssen in der Regel Herstellerangaben, Rückverfolgbarkeitsinformationen, Produktidentifikation, Sicherheitshinweise und gegebenenfalls Angaben zur verantwortlichen Person in der EU enthalten. Warnhinweise müssen üblicherweise in der Sprache des Zielmarktes erfolgen.
Was ist das EU-Sicherheitsgate-System?
Safety Gate ist das EU-Schnellwarnsystem für gefährliche Non-Food-Produkte. Es ermöglicht den Behörden in den EU-Mitgliedstaaten, Informationen über unsichere Produkte auszutauschen und Rückrufe oder Durchsetzungsmaßnahmen zu koordinieren.
Können EU-Behörden meine technische Dokumentation anfordern?
Ja. Die Marktüberwachungsbehörden können technische Unterlagen, Testberichte, Risikobewertungen und Rückverfolgbarkeitsdokumente anfordern, um die Einhaltung der GPSR zu überprüfen.
Gilt GPSR auch für digitale Produkte?
Rein digitale Produkte fallen im Allgemeinen nicht unter die Standard-Sicherheitsbestimmungen, da es sich nicht um physische Konsumgüter handelt. Herunterladbare Anleitungen oder Muster, die mit physischen Produkten verbunden sind, können jedoch indirekte Sicherheitsrisiken bergen.
Was passiert, wenn ich die GPSR-Vorschriften nicht einhalte?
Die Nichteinhaltung kann zur Entfernung von Angeboten auf Marktplätzen, zu Produktrückrufen, Verzögerungen beim Zoll, zu Geldstrafen, zu obligatorischen Rücknahmen oder zu einer erhöhten Haftungsbelastung gemäß den EU-Produktsicherheitsgesetzen führen.
Wo kann ich mehr über die Einhaltung der GPSR-Vorschriften erfahren?
Weitere Hinweise finden Sie hier: